Eastside Carp Warriors

Viva La France Teil II von Thomas Linke


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Das Jahr verging wieder einmal wie im Flug und etliche Höhen und tiefen liegen wieder einmal hinter uns. Sei es nun die zahlreichen Blanknächte an einem neuen See von dem wir einfach mehr erwartet hatten aber auch der Fang schöner Fische an unserem Hausgewässer. Viele schöne Erinnerungen die auf Foto gebannt wurden und nun für die Ewigkeit festgehalten sind.

Frankreich

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Momente die man nie vergessen wird. Sonnen auf und Untergänge, seltene Tieraufnahmen, Rollis Personal Best in Frankreich und mein Krankenhausbesuch mit einer Boilienadel im Finger. Alles Augenblicke die ich mit meinen Angelpartner Rolli gemeinsam erlebt habe und bestimmt nicht vergessen werde. Nun zeigen mir das herabfallende Laub und die ständig sinkenden Temperaturen das es mit großen Schritten auf das Jahresende zu gehen scheint, aber ich bin überhaupt nicht böse darüber denn einen Trumpf habe ich noch im Ärmel, unsere Herbstsession am Brocard in Frankreich die wir schon zum Auftakt des Jahres geplant hatten.

Nun sitzen wir wieder einmal in unserem völlig überladenem Auto und stellen uns der Herausforderung die 1100 km ohne Pannen und Unfälle zu schaffen um dann eine Woche am See unser Träume verbringen zu können. Da wir diesmal etwas zeitiger gestartet sind können wir auf der Hälfte der Strecke auch mal eine Schlafpause einlegen und kommen so pünktlich um zehn Uhr morgens am Brocard an. Das Wetter zeigt sich wieder einmal nicht von seiner besten Seite es ist sehr kalt und der einsetzende Nieselregen trägt auch nicht grade zu einer besseren Stimmung bei. Bei unserer ersten See Umrundung müssen wir auch noch feststellen das dieser sehr verkrautet ist und unserere Frühjahrs Angelstellen fast nicht mehr zu beangeln sind. Überall schwimmen große Krautfelder und wie jeder Erfahrende Karpfenangler weiß werden diese gern von gehakten Fischen als Fluchtmöglichkeit genutzt und ohne Boot, welches am Brocard verboten ist, kann dieses schnell zu einem Fischverlust führen. Die vorgeschriebenen Haken ohne widerhaken werden da auch nicht grade von Vorteil für uns sein.

Frank der Betreuer des Sees ist natürlich sehr Erfreut uns wieder an seinem See begrüßen zu dürfen und händigt uns die Erforderlichen Papiere aus und bei einem gemeinsamen Begrüßungsbier werden die Fänge der letzten Wochen ausgewertet. Wir beziehen wieder unsere alte stelle am umgestürzten Baum und bauen unser Camp für die nächsten Tage auf.

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Durch das hohe Krautaufkommen ist es uns diesmal nicht möglich am Baum (unsere Topstelle im Frühjahr) Ruten abzulegen. Zuviel Kraut hat sich in seinen Ästen verfangen und bildet so riesige schwimmende Inseln die einfach nicht zu beangeln sind. Bei einem Teamgespräch entschließen wir uns alle sechs Ruten im Freiwasser zu platzieren und diese mit dem Futterboot an die gewünschten stellen zu fahren. Als Köder verwenden wir wie auch im Frühjahr Ocean Fischboilies der Firma Vision Baits die uns Carol aus England eine Woche vor Abfahrt frisch zubereitet hat. Auf Carol ist halt immer verlass und er versucht immer alles mögliche seine Kunden zufrieden zu stellen . Auf sein Raten nehme ich auch noch fünf Kilo Pineapple Boilies von ihm mit, die in dieser Woche getestet werden sollen. Da wir nicht Wissen wie weit das Kraut unter Wasser wächst, bestücken wir alle Ruten zusätzlich mit einem Stick aus einem Mix der Firma Vision Baits (Bloodwoorm) welchen wir noch zusätzlich mit Liquid und einzelnen Tunfischstücken verfeinern. Durch das aufziehen der Sticks ist es nun unmöglich das sich der Haken schon beim absinken im Kraut verfängt oder einzelne Krautstücken sich an der Spitze festsetzen. Durch das auflösen am Gewässergrund haben wir nun eine zusätzliche Lockwolke direkt in der nähe unseres Hakenköders.

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Die Luken unseres Bootes werden mit zerkleinerten Boilies, Hanf (den wir direkt am Wasser kochen), Mini Pellets und mit Shrimpsliquid angesetztes Method Futter befüllt und mit der Montage an die ausgesuchten Stellen gebracht.

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Da wir diesmal im Freiwasser fischen gibt es fast keine Anhaltspunkte zum ablegen der Ruten und man kann sich leicht bei einer Entfernung von 150 bis 200 Metern um einige Meter beim ablegen verschätzen. Damit dieses nicht passiert wird auf der Schnur mit Hilfe eines Markerstiftes eine Markierung nach ablegen der Rute gesetzt und am anderen Seeufer ein Baum oder auch Hochspannungsleitung als Visierpunkt genommen. Beim nächsten hinausfahren der Ruten fahre ich genau auf dieses Ziel zu und drücke den Lukenauslöser genau dann wenn die Markierung meiner Schnur Sichtbar wird. Nun ist es möglich auch ohne GPS fast genau immer wieder an den gleichen Stellen abzulegen.

Jetzt kann das warten beginnen und bei einer Tasse Kaffee wird über das in diesem Jahr erlebte geredet und gelacht. In der ersten Nacht hören wir leider keinen Piep unserer Funkbox und Karpfen waren auch nicht am springen. Das Wetter zeigt sich wieder einmal Typisch Französisch. Nachts Bodenfrost bei minus einem Grad und am Tag Sonnenschein bei zwanzig Grad. Immer wieder unterbrechen Regenschauer unsere Futter Vorbereitungen und starker kalter Wind bläst uns ins Gesicht.

Es war Nachmittag, wir gönnten uns grade ein Gläschen Rotwein und ein Baguette, da machte sich der erste Fisch mit laut schreiender Bremse an Rollis Rute bemerkbar. Der Fisch riss mit voller Kraft Schnur von der Rolle und war auch nach zudrehen der Bremse nicht zu halten. Mit voller Kraft steuerte er direkt in ein schwimmendes Krautfeld und war nicht mehr zu halten. Der Fisch saß fest und nur das leichte rucken der Rute signalisierte uns das der Fisch noch an der Leine hing. Aber nach wenigen Minuten war auch das vorbei und die Montage befreite sich ohne Fisch vom Kraut. Wir schauten uns an und ohne ein Wort zu sprechen konnten wir unsere Gedanken lesen. Shit, aber genau das hatten wir ja bei diesem Krautvorkommen erwartet. Bevor die Rute wieder an den Start gebracht wird wollten wir erst einmal unser Baguette genießen welches aber nicht mehr zu finden war. Komisch es war einfach verschwunden. Es lag doch grade noch auf dem Tisch??? Da es am Brocard sehr viele Ratten gibt wurde der Diebstahl einer von diesen Biestern angehängt. Ich konnte mir zwar nicht vorstellen wie diese auf den Tisch gekommen ist, aber Rolli war fest der Meinung das es eine Ratte gewesen sei. Ich wusste schon warum ich meinen ganzen Essensvorrat in einer Blechbox lagere.

In der dritten Nacht es muss so gegen halb vier gewesen sein bekomme ich einen Vollrun auf meiner ganz rechten Rute. Ich kann den Fisch mit fast zugedrehter Bremse dazu bewegen sich immer mehr ins Freiwasser zu bewegen. Meiner Rute wird das letzte Abverlangt und meine Rolle macht auch Geräusche als würde sie mir sagen wollen ab hier ist dann bald Schluss mit Lustig. Dennoch kann ich den Fisch Meter für Meter Richtung Ufer führen um ihn dann von Rolli Keschern zu lassen. Meine Handgelenke schmerzen etwas, aber beim Anblick dieses schönen Spieglers ist alles vergessen. Die Waage bleibt bei 20 Kilo stehen und wir sind beide Überglücklich.

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Am Morgen gönnen wir uns erst einmal eine Tasse Kaffee wir sind doch noch etwas Müde von den Geschehnissen der letzten Nacht. Rolli ist damit beschäftigt neue Vorfächer zu bauen, er möchte das neue Super Soft Fluorcarbon von Korda einmal probieren und ich bereite das Frühstück für uns vor.

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Als ich zu Tisch bitte stellen wir fest das wieder ein halbes Baguette verschwunden ist. Ich kann es kaum glauben, denn ich war doch nur eine Minute zum Wasserkochen weg. Hier stimmt einfach was nicht. Wie einer von CSI mache ich mich auf Spurensuche nach den Verbleib des Baguette und werde schließlich fündig. In einem Baum über mir sitzt ein Eichhörnchen und macht sich an meinem wohlverdienten Frühstück zu schaffen. So ein kleiner Räuber. Ich muss dann wohl bis Mittag hungern und der kleine Dieb bekommt den Namen A Hörnchen von mir verpasst.

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Am Tag scheinen die Fische nicht in Fresslaune zu sein und wir beschließen für diese Nacht weniger zu füttern und die neuen Pineapple Boilies von Carol einmal zu probieren die Rolli dann auch gegen drei Uhr einen Biss bringen. Der Fisch reist wieder viel Schnur von der Rolle und ist kaum zu halten dennoch gelingt es auch Rolli den Fisch von den Krautfeldern fern zu halten. Auch seine Rolle scheint langsam an ihre Grenzen zu gehen und ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen, da ich immer wieder an die Filmszene in dem Werner Film denken muss bei der sich seine Mottoradbremse in Tausend Teile auflöst. Mit Fischgräten und einzelnen Schrauben schön in Zeitlupe. Nach zehn Minuten gelingt es mir seinen Fisch zu Keschern. Wieder ein großer wohlgeformter Spiegler. Die Waage bleibt bei 21 Kilo stehen und nach einer kleinen Fotosession wird der Fisch in sein Element entlassen.

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Nach diesem Fisch schweigen unsere Delkims und der Akku unseres Futterbootes muss zum laden. Wie beschließen das einer Vormittag nach dem Duschen den Akku zum laden ans Netz hängt und einer Abends duschen fährt und den vollgeladenen Akku wieder mitbringt damit unsere Nachtruten wieder an ihre Stellen gefahren werden können. Ich übernehme den ersten Part und Rolli fährt gegen 18 Uhr zum duschen um den Akku zu holen. Leider kommt er ohne Akku wieder, denn Akku und Ladegerät sind nicht mehr zu finden. Dreiste Diebe haben alles gestohlen. Leider habe ich auch kein Ersatzladegerät dabei und das von einem freundlichen Belgischen Karpfenanglers passt leider auch nicht. Von nun an sind wir auf Wathosen zum ausbringen des Futters angewiesen und es ist nicht grade einfach im Knietiefen Schlamm überhaupt an unsere alten stellen zu kommen. Ich wate dazu am Rand des Sees entlang und warte mit Futtereimer und Kelle auf den Einschlag des Bleis der von Rolli geworfenen Ruten um dann etwas Mais und Pellets darüber zu füttern. Leider können wir so keinen Erfolg mehr erzielen. Ich glaube das wir mit dieser Action eher die sehr scheuen Fische verscheucht haben als sie anzulocken. Aber wir können sagen das wir wirklich alles probiert und nicht aufgegeben haben.

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Samstag morgen treten wir ohne weitere Fischaktivitäten die Heimreise an und beschließen auch im nächsten Jahr wieder zu kommen, aber diesmal mit zwei Ladegeräten im Gepäck. Frank entschuldigte sich natürlich für diesen Diebstahl und versicherte mir das es das erste mal gewesen sei das etwas gestohlen wurde, Aber wie sagt man so schön irgendwann ist immer das erste mal.

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In diesem Sinne...

"Carpe Diem Euer Thomy"

Team British Carp/Vision Baits







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