Eastside Carp Warriors

Mission Erfüllt...


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Nachdem wir mittlerweile schon sehr oft an diesem Gewässer Fischten, fiel die Planung für diese Session nicht allzu Umfangreich aus. Schließlich kennen wir die Stellen, welche gebucht wurden schon. Es ist der 08. Mai 2011 und wir kommen pünktlich zum Mittag am See an. Es ist absolutes Traumwetter, es weht uns ein leichter Wind entgegen. Alles scheint zu passen, denn wir hatten uns große Ziele gesteckt. Martin wollte unbedingt die 30er Grenze oder mehr durchbrechen und ich hatte mir vorgenommen einen 40+ Fisch zu fangen. Die Taktik wurde für diese Session ein wenig geändert. Wir wollten weniger Mais füttern, stattdessen aber um so mehr Tigers und Boilies. Die Tigernüsse waren Traumhaft, so wie sie seien müssen.
Wir verschwendeten keine Zeit und so ist das gesamte Tackle schnell an unseren Swims. Schnell wurden Zelte und Co. aufgebaut denn wir wollten natürlich die Waffen so schnell wie möglich auf die Spots befördern. Die Montagen sind allesamt relativ einfach gehalten. Wir fischen beide einfache Line Aligner mit ca. 15cm länge. Einziger Unterschied, ich hatte mir vorgenommen die Line Aligners von PB Products zu Testen. Martin fischt Korda Wide Gape Haken der Größe 6 und ich Curve Shanks der gleichen Marke in Größe 8. Vorfachmaterial ist bei mir Supernatural von Korda und Martin benutzt Fox Reflex Geflecht. Als Köder kommen Boilies von Royal Baits der Sorte Special Liver sowie eine Eigenkreation von einem Freund, welche wir bei Selfmade Baits abdrehen lassen, es handelt sich hier um einen absolut Geilen Fischmix. Um dem ganzen noch ein wenig Visuellen Reiz zu verpassen werden die Montagen noch mit 10er Fluro Pop Up´s der Firma Dynamite Baits gepimpt. Mit diesen Kombis hatten wir in den letzten Sessions schon gute Erfolge. Die Montagen liegen hinter einer sehr steil abfallenden Kante in Tiefen von 8,5m - 12m. Das größte Problem ist die Kante selbst, diese ist sehr stark mit Muscheln bewachsen, deshalb ist hier ohne eine sehr abriebfeste Schlagschnur nichts zu machen. Wir benutzten dieses mal Schlagschnur der Firma Fox in 0,55mm Stärke. Nachdem alle Köder auf den Spots liegen können wir erstmal abspannen und hauen uns auf die Stühle.








Nach der ganzen Ackerei muss dann auch erst einmal was ordentliches zu Essen her. Gut vollgefuttert sitzen wir noch einige Stunden am Wasser und Fachsimpeln so vor uns hin. Plötzlich es ist kurz nach 22:00 Uhr läuft eine von Martins Ruten ab. Der erste Drill nach längerer Zeit ist immer etwas ganz besonderes. Martin meistert den Drill hervorragend und landet nach kurzer Zeit einen guten Schuppi. Da es schon Dunkel ist entscheiden wir uns den Fisch zu Sacken um ihn bei schönem Wetter zu Fotografieren. Wer weiß schon ob wir in den nächsten Tagen überhaupt noch einen Fisch zu Gesicht bekommen, schließlich steht die Laichzeit an. Gegen 23:30 Uhr hauen wir uns dann aufs Ohr. Wie immer verabschiedeten wir uns mit den Worten "Bis gleich" und kurz darauf lagen wir im Land der Träume. Als hätte ich gerade erst die Augen geschlossen werde ich von einem heftigen Dauerton aus dem Schlaf gerissen. Ich komme zuerst überhaupt nicht klar, "wo bin ich, was is los" plötzlich hell wach lege ich einen kurzen Spurt zu meinen Ruten hin. Der Fisch hat mittlerweile schon einige Meter an Schnur von der Rolle gerissen, als ich die Rute mit dem Finger auf der Spule aufnehme habe ich mühe den Fisch zu bremsen. Die Bremse ein wenig geschlossen und ich bekomme den Burschen so langsam gebremst, gemütlich zieht er seine Bahnen und sagt mir somit das er die Richtung bestimmt. Aber nicht mit mir, mit einem Satz stehe ich im Boot, volle fahrt voraus Steuere ich direkt in Richtung Fisch. Endlich über dem Fisch angekommen steht dieser direkt unter mir und möchte auf keinen Fall in Richtung Wasseroberfläche, ich gebe immmer mehr Druck auf die Rute so das diese Sauber bis ins Handteil gebogen ist und mein Gegenüber langsam nachgeben muss. Jetzt zeigt er zum ersten mal seine massige Flanke, dieser Anblick lässt mich sofort die Bremse wieder lösen da ich auf keinen Fall riskieren möchte diese Boulette zu verlieren. Noch einige Fluchten aber irgendwann muss er doch klein bei geben und ich kann ihn sicher Kechern. Zurück am Ufer zeigt sich beim Wiegen auch gleich das mein erster Fisch direkt ein 30+ Bursche ist. Um so größer ist meine Freude. Nachdem die Fotosession erledigt und die Fische wieder gut versorgt in ihrem Element schwammen konnte der Tag beginnen.


Es gab erst einmal ein Ordentliches Frühstück und einen kräftigen Kaffee. Gut gestärkt machten wir uns an die Ruten, neu beködert landeten diese kurze Zeit später wieder auf ihren Spots. Wir hatten es uns gerade gemütlich gemacht da lief wieder eine meiner Ruten ab. Ein kleiner Schuppi um die 20 Pfund fand sich kurze Zeit später in meinem Kecher wieder.




Wir hatten die Fotos noch nicht ganz fertig, da musste Martin einen Spurt hinlegen. Schnell die Rute aufgenommen und der Spaß konnte beginnen. Das Wetter war so Traumhaft und das Wasser so klar, dass wir absolut Geile Bilder machen konnten. Aber seht selbst.






Am frühen Nachmittag konnte ich noch einen schönen alten Schuppi landen. Leider hatten wir beide auch einige Runs die wir nicht Verwerten konnten.
An diesem Tag bekamen wir auch noch neue Nachbarn. Ihr könnt uns glauben, wenn man das nicht selbst gesehen hat, dann kann man es kaum glauben. Martin und ich sind ja wirklich schon "Camper" aber was wir dort erlebt haben, ist doch wirklich der Hammer. Es gibt doch tatsächlich Angler die ein Notstromaggregat mit ans Wasser nehmem. Ja man kann dieses auch den ganzen Tag betreiben. Und als wenn das nicht eigentlich schon genug wäre, nein es wurden sogar halbe Baumstämme mit ans Wasser genommen und ja, natürlich wurde das Holz auch am Wasser gespalten. Es fehlte eigentlich nur die gute Stihl um noch ein paar Bäume zu fällen. Zumindest konnten diese Zeitgenossen das Spiel Tschechien - Deutschland der Eishockey WM Live beim gemütlichen Feuer und Flutlicht vorm Fernseher genießen. Gut nur das sie laut genug Jubelten, so wussten wir wenigstens wieviel Tore die Tschechen schossen. Hier mal ein Bild des Camps.
In dieser Nacht bekamen Martin und ich lediglich einen Run. Beide haben wir sie voll verkackt. Am folgenden Tag ging die Prozedur wieder aufs neue los. Ruten fertig machen und ab auf die Spots. Den ganzen Vormittag lief nichts, wie Tot oder aber die Karpfen hatten noch einen Kater von der Party zum Sieg der Tschechen, unsere Nachbarn jedenfalls hatten einen.

Pünktlich nach dem Essen gegen 13:00 Uhr bekam ich dann wieder Bisse. Was dann abging war echt der Pure Stress, es ging in einer Tour, im halbe Stunden Takt fing ich Karpfen, auf allen anderen Stellen wurde nichts gefangen. Ich hatte die Fische also auf meinem Spot. Jetzt wurde kräftig gefüttert um die Fische bei Laune zu halten. So konnte ich bis zum Abend 8 Karpfen bis 25 Pfund landen. Erst gegen 20:00 Uhr bekam auch Martin wieder Bisse und so konnte auch er einen guten Schuppi auf die Matte legen.







Bei den Fotosessions fiel uns dann auch wieder auf das die Laichzeit so langsam ran ist. Gut nur das die Fische hier wenig Plätze zum Laichen vorfinden. Auch der Pächter des See´s bestätigte uns, dass die Fische hier kaum bis gar nicht Laichen würden.
An diesem Abend saßen wir noch lange draußen. Martin hatte ein Feuer gemacht und so war für Gemütlichkeit gesorgt. Bis um Kurz nach 12.00 Uhr konnte ich noch ein kleinen Spiegler und 2 Schuppis verhaften. Bei Martin kamen die Bisse erst als wir ins Bett wollten und so kam es das Martin an diesem Abend kein Auge zutat. Er fing in der Nacht insgesamt 8 Fische. Da kein wirklicher Ausnahmefisch dabei war entschied er sich keinen der Fische zu Sacken. "Er ist ja so gut zu Fischen!"




Am nächsten Tag, es war wieder Top Wetter, entschloss ich mich, bewaffnet mit meinem Kecher und einer Rute auf die andere Seite des Sees in eine Bucht zu fahren. Hier Stand die Sonne voll drauf und ich war mir sicher hier ein paar Karpfen zu sehen. Richtig, langsam ließ ich mich an die Schule herantreiben, es waren bestimmt 50-60 Karpfen, welche sich in der Sonne aalten. Vosichtig platzierte ich die Rute, beködert mit einem Neon Poppi in der Nähe der Gruppe im flachen Wasser. Es dauerte keine 10 Minuten da lief die Rute ab und ich konnten tatsächlich einen schönen Schuppmann landen.

Den Rest des Tages lief nicht mehr sehr viel. Erst am Abend fanden sich die Fische wieder auf meinem Spot ein. So wie ich kein Mitleid für Martin seine Schlaflose Nacht hatte, kam die Rache auch prompt. Ich hatte die ganze Nacht zu tun mit Ruten neu beködern und rausfahren. Teilweise musste ich beim rausbringen der Ruten auf halber Strecke umdrehen, da die kurz zuvor abgelegte Rute gleich wieder ablief. "Stress Pur" aber trotzdem der absolute Hammer. Wer so etwas schon einmal erlebt hat, der weiß wovon ich Spreche. Bis 06:30 am nächsten Morgen konnte ich 9 Fische auf meinem Konto verbuchen.




Ich war Fix und Fertig und so entschloss ich mich Tagsüber nicht zu Fischen. Die Ruten wurden erst wieder am Abend fertig gemacht und auf die Stellen gebracht. Martin fing am Abend noch diesen schönen Fisch und auch bei mir ging das große Fressen weiter.




Erschöpft gehen wir an diesem Abend relativ früh ins Bett, doch die Nachtruhe ist nicht von langer dauer. Ich werde um exakt 02:00 Uhr durch einen Extremen Vollrun aus dem Schlaf gerissen. Mit Krummer Rute stehe ich auf dem Steg und bemerke sofort das mein Gegner ein richtig guter sein muss. Ganz gemächlich macht er mit mir was er will, ich merke nur die ruhigen Schläge in der Rute. Da einem in dieser Situation immer wieder die mit Muscheln bewachsene Kante in den Sinn kommt, entschließe ich mich dazu ihm erstmal einige Meter Schnur zu lassen. Erst als der Fisch langsam Schwächer zu werden schien gebe ich mehr und mehr Druck auf die Rute, langsam bekomme ich ihn in Richtung Ufer. Ich kann nicht genau sagen warum ich nicht ins Boot gesprungen bin, das wäre mit Sicherheit einfacher gewesen. Ich dachte die ganze Zeit einfach nur daran, den Fisch nicht zu verlieren und so galt meine ganze Konzentration dem Drill. Ich kann nicht genau sagen wie lange der Drill gedauert hat, für mich war es auf jedenfall ein halbe Éwigtkeit. Ihr glaubt nicht wie erleichtert ich war als der Bursche endlich von den Maschen meines Keschers umschlossen war. Das eigentliche Ausmaß bemerkte ich allerdings erst beim herausheben aus dem Wasser. Ich verschwendete keine Zeit und rannte sofort zu Martin. "Ey Digger ick glaub ick hab ihn" Mit raunender Stimmer entgegnet Martin " Wat denn" "Na nen 40er" plötzlich ist auch er hell Wach. Die Waage wird sofort angesetzt und brachte Gewissheit. 22 Kilo. Ich war überglücklich. Schnell wurde der Fisch versorgt und gesackt. Ab diesen Moment hatte ich mal wieder kein Auge zu bekommen. Erst zog ein Böser Sturm auf und ich musste alle halbe Stunde zum Sack um diesen zu kontrollieren.

Wie durch den Sturm geweckt kamen jetzt auch wieder die Bisse so konnte auch Martin in dieser Nacht noch seinen neuen Personal Best landen. Auf meine beiden anderen Ruten fing ich noch zwei weitere Schuppis, welche sofort im Kescher abghackt wurden. Ich hatte jetzt auch keinen drang mehr meine Ruten neu zu beködern und noch einmal raus zu bringen. Mir tat mittlerweile alles weh. Ich Ruhte mich bis zum Morgengrauen auf meiner Liege aus. Ich wollte unbedingt so schnell wie möglich die Bilder machen. Leider mussten wir uns damit gedulden bis das Wetter einigermaßen mitspielte.

Martin lag noch von der Nacht geschunden in seinem Zelt und schlief, ich saß bei einer heißen Tasse Kaffee und beobachtete die anderen Angler. Zwei Tschechiche Kollegen machten eine gemietete Nussschale startklar um zu Füttern. Als einer der beiden gerade den Eimer zum Füttern über der Rand des Bootes hielt bekam das Boot dermaßen Schlagseite das er ein ungewolltetes Bad nahm. Als wäre das nicht schon genug, schlug das Boot so Stark zurück das der andere Angler das Komplette Boot Umriss und dieses sofort binnen 2 Sekunden sank. Man sah lediglich noch 30cm des Kahns aus dem Wasser ragen. Wie von einer Tarantel gestochen rannte ich zum Boot und Steuerte geradewegs auf die Beiden Schiffsbrüchigen zu. Einer der Beiden gab mir noch schnell das gerettete Echolot und ich knotete das halb gesunkene Boot an das meine. Jetzt ging es mit ca. 0,15 km/h in Richtung Ufer, welches natürlich komplett mit Schaulustigen übersät war, Kamera an Kamera. Der einzige der schlief war "Martin". Die beiden waren sehr dankbar für meine Hilfe und so gab es am frühen Morgen erst einmal einen kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche.

Nach diesem Erlebnis gab es dann auch endlich die langersehnte Fotosession.

























Nachdem wir die Fotos im Kasten hatten konnten wir in Ruhe zusammenpacken und völlig erschöpft die Heimreise Antreten.

Diese Session war wohl mit Abstand unsere Erfolgreichste. Beide hatten wir unsere Ziele erreicht und wie immer hatten wir eine Super Zeit am Wasser. Ich freue mich einen so tollen Kumpel zu haben. Und das nicht nur am Wasser! ;o)



Tight Lines

Danny







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